Bewerbungen erstellen: Blindbewerbung - Initiativbewerbung
Eine Blindbewerbung oder Initiativbewerbung ist eine Bewerbung ohne besondere Aufforderung (keine Anzeige, kein Hinweis von der Arbeitsagentur o.ä.).
Werner F. hat es geschafft - und eigentlich war es ganz einfach. Viele Monate hatte er nach passenden Stellenausschreibungen gesucht. Die Auswahl war und blieb für ihn als erfahrenen Key Account Manager im Telekommunikationsumfeld eher dürftig. Weder in überregionalen noch in regionalen Zeitungen war etwas Passendes zu finden.
Auf Anraten seines Personalberaters erstellte er dann eine Liste seiner Wunscharbeitgeber - vom internationalen Konzern bis über spezialisierte Spartenanbieter. Für jedes dieser Unternehmen fand er den zuständigen Ansprechpartner heraus und erstellte eine Bewerbung, die seine fachliche und fachübergreifende Qualifikation sowie seine Erfahrungen widerspiegelte. Ebenso berücksichtigte er mögliche Idealvorstellungen seines zukünftigen Arbeitgebers für die angestrebte Position.
Der Personalberater hatte ihn eingehend gewarnt: alles, was nach Massenware aussieht, hat wenig Chancen auf Erfolg. Jede Bewerbung war deshalb ein Unikat - auch wenn einige Formulierungen sich zwangsläufig wiederholten, bzw. ähnelten. Und es hat sich gelohnt: nach nur wenigen Versuchen kam die erste Einladung zum Vorstellungsgespräch. Volltreffer.
Viele halten eine Blindbewerbung - auch genannt: Initiativbewerbung - für Zeit- und Geldverschwendung. Dem kann ich nicht zustimmen. Wie Werner F. können auch Sie die Vorteile einer Initiativbewerbung oder Blindbewerbung gezielt nutzen. Sie bewerben sich beispielsweise:
- bei einer Firma aus den "Gelben Seiten" oder aus dem Internet
- bei Ihrer Wunschfirma, für die Sie schon immer arbeiten wollten
Ihre Vorteile:
- Sie bewerben sich ohne weitere “Konkurrenz” und können sich ohne Druck präsentieren
- Sie zeigen Eigenverantwortlichkeit und das Potential, sich selbst zu motivieren
- Sie dokumentieren ehrliches Interesse an der Firma und scheuen nicht das Risiko einer Absage - alles in allem ein großes Kompliment und Anerkennung für die Firma, welche das in der Regel zu schätzen weiß.
Eine Blindbewerbung wird nur abgelehnt, wenn man auf unabsehbare Zeit keinen Bewerber mit diesem Qualifikationsprofil braucht - ansonsten landen interessante, qualifizierte Bewerber in der “Wiedervorlage”, um bei Bedarf auf sie zurückkommen zu können (und sich u.U. die Kosten für eine Akquisition zu sparen) - nicht selten treffen Sie zufällig ins Schwarze und werden zu einem ersten Gespräch zum Kennenlernen eingeladen.
Um dem “Zufall” ein wenig nachzuhelfen empfehle ich zwei wichtige Strategien:
1. den richtigen Zeitpunkt:
- möglichst etwa 6 Wochen vor einem Quartalsende (wenn andere kündigen und den Arbeitgeber wechseln möchten)
- niemals zwischen Weihnachten und Neujahr
- nicht während der üblichen Urlaubszeiten
2. die Form:
- senden Sie nur ein kurzes Anschreiben mit Ihrer Begründung für Ihre Bewerbung und Ihren
tabellarischen Lebenslauf mit Lichtbild (bitte keine Bewerbungsmappe mit allen Zeugnissen)
- passen Sie die Bewerbung dem Unternehmen an und stellen Sie Ihr Qualifikationsprofil je nach
angestrebter Tätigeit entsprechend heraus
WICHTIG:
Bei einer Blindbewerbung ist das A und O die Begründung für diese Bewerbung --> je origineller und sinnvoller sie ist, desto eher ist der Leser überzeugt, dass Ihnen die Tätigkeit in gerade dieser Firma sehr am Herzen liegt
Also bitte nicht: “Ich bewerbe mich bei Ihnen, weil ich dringend eine angemessene Tätigkeit suche” sondern vielleicht eher: “Ich sende Ihnen meine Anfrage, weil ich Ihrer Internetpräsentation (Ihren Firmenunterlagen, Ihrem Firmenprofil ... o.ä.m.) entnehme, dass Sie im Bereich Forschung (Personalentwicklung, Verkauf, Einkauf, Verwaltung....) eine zukunftsorientierte Haltung vertreten, die ich mit meinen Fähigkeiten und Kenntnissen bereichern möchte (könnte).
