Die erfolgreiche Bewerbung oder warum erhalte ich immer Absagen
Helmut F. seufzt beim Blick in seinen E-Mail-Eingang. Schon wieder eine Absage. Na ja, wenigsten eine Rückmeldung, das ist ja auch nicht mehr selbstverständlich. So schwer hatte er sich die Suche nach einer neuen Aufgabe als Software-Ingenieur nicht vorgestellt. Seitdem er seinen gut bezahlten Job durch eine betriebliche Umstrukturierungsmaßnahme vor gut 6 Monaten verlor, will ihm der Anschluss über eine Neuanstellung nicht gelingen.
Absagen - ein Problem, das viele Arbeitsuchende intensiv beschäftigt.
Jeder Betroffene fragt sich: Warum erhalte ausgerechnet ich wieder eine Absage? Meine Qualifikation für den ausgeschriebenen Job hätte doch fabelhaft gepasst: ich bin engagiert und habe wertvolle Berufserfahrungen gemacht. Das kann doch nicht sein, dass ausgerechnet i c h keine Anstellung finde? Was mache ich falsch?
Die anfängliche Hoffnung, schnell wieder einen geeigneten Arbeitsplatz zu finden, weicht nach den ersten Absagen einer unbestimmten Irritation, die im späteren Verlauf von einem zunehmenden Maß an Verzweiflung und sogar Hoffnungslosigkeit abgelöst wird. Am Schlimmsten trifft es Bewerber:innen die sich vielleicht schon als “zu alt”, “unterqualifiziert” oder aufgrund familiärer Bindungen als örtlich “weniger flexibel” wahrnehmen.
Das muss nicht so sein! Ich möchte Sie auf diesen Seiten unterstützen,
- den negativen Kreislauf zu durchbrechen
- eine andere, positive Zukunftsperspektive zu gewinnen und neue Möglichkeiten in Erwägung zu ziehen
- Ihre Bewerbungsstrategien zu überprüfen (nur eine erfolgreiche Bewerbung ist eine gute Bewerbung!)
- Ihr Selbstwertgefühl wieder herzustellen und die entstandenen Selbstzweifel abzulegen
Als frühere Personalleiterin und Personalentwicklerin gebe ich Ihnen gern einige hilfreiche Tipps für Ihre Bewerbung und “verrate” Ihnen einige Kniffe, die Ihnen sicherlich weiterhelfen. Wenn Sie einen umfassenden Service oder eine qualifizierte Beratung suchen, informieren Sie sich bitte über meine Angebote hierüber.
Gründe für Absagen
Es gibt eine Reihe von Ursachen für Absagen, die eine Bewerber:in kaum kennen kann und die sich aus den spezifischen Anforderungsprofil für die ausgeschriebene Stelle ergeben:
Das “falsche” Geschlecht
Je nach der vorherrschenden Zusammensetzung der Abteilung ergibt sich unter Umständen ein Wunschgeschlecht im Anforderungsprofil. Wenn z.B. eine Abteilung aus hauptsächlich männlichen Teammitgliedern besteht, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass der Abteilungsleiter geneigt ist, die offene Position mit einer Frau zu besetzen.
Das “falsche” Alter
Teammitglieder werden in der Regel nach “Homogenität” ausgewählt, um keinem eine Außenseiterrolle (deren Existenz das Betriebsklima empfindlich stören kann) zuzumuten. Ein recht junges Team wird man deshalb gern durch weitere junge Leute versuchen zu ergänzen.
Es werden allerdings schon lange nicht mehr nur junge Leute bevorzugt eingestellt. Viele innovative Unternehmen haben den Wert von erfahrenen und älteren Fachkräften längst erkannt - in erster Linie Unternehmen, deren Kunden auch schon älteren Semesters sind und die sich deshalb nicht so gerne von dem “jungen Gemüse” beraten lassen - reifere Mitarbeiter erhöhen hier automatisch die Akzeptanz des Kunden.
Der “falsche” Background - Ihr Hintergrundwissen passt zwar, stammt aber aus anderen Bereichen
Firmen stellen gern Mitarbeitende ein, die schon einmal in ihrer speziellen Branche gearbeitet haben und sich deshalb zumindest ansatzweise auskennen. Wichtig ist deshalb auch eine möglichst detaillierte Tätigkeitsbeschreibung im Arbeitszeugnis, die diese Erfahrungen ausweisen kann.
Berufserfahrung
Berufsanfänger haben es besonders schwer - helfen kann Ihnen hier nur ein mehrmonatiges Praktikum (besser: mehrere)
andere Gründe:
das Unternehmen hat die Stellenausschreibung aus Werbezwecken bzw. aus Gründen der Imagepflege geschaltet
Ja, auch das kommt vor. Das Unternehmen möchte sich am Markt vorteilhaft präsentieren. Stellenanzeigen werden am Markt von Mitbewerbern ebenso zur Kenntnis genommen wie von Bewerber:innen und Kund:innen. Eine Stellenanzeige zeigt: das Unternehmen hat Wachstumspotential, es geht ihm gut und kann weitere Mitarbeitende beschäftigen.
die Stelle konnte intern besetzt werden
Neben der externen Suche nach einem geeigneten Kandidaten für eine offene Stelle wird jeder Personalentwickler versuchen, auch qualifizierte Mitarbeiter im Unternehmen anzusprechen. Wenn die Stelle intern erfolgreich besetzt werden kann, spart das nicht nur eine Menge Geld, sondern gibt einen zusätzlichen Motivationsfaktor für alle Mitarbeitende des Unternehmens.
Sie sehen, es gibt eine Vielzahl von Möglichkeiten, die Sie nicht zu verantworten haben und kaum beeinflussen können.
Ich habe es schon häufig erlebt, dass eine Stelle aus organisatorischen Gründen kurzfristig gar nicht mehr besetzt wurde. Man hatte eine andere Möglichkeit gefunden, die Arbeit ohne Nachteile für die Abteilung umzuorganisieren - leider war die Stellenanzeige schon raus und manchmal sogar lief schon das Auswahlverfahren.
Eine Absage muss also nicht zwangsläufig etwas mit Ihrer Qualifikation und Ihrer Eignung für die offene Position oder möglicherweise einem ungünstigen Arbeitszeugnis zu tun haben. Nehmen Sie deshalb bitte keine Absage persönlich - die Personalentscheider kennen Sie nicht. Sie fällen ihre Entscheidung aufgrund des vorliegenden Anforderungsprofils (das Sie als Bewerber:in nur teilweise aus der Stellenanzeige kennen können) und Ihrer Selbstpräsentation aus den Bewerbungsunterlagen und bemühen sich um Sachlichkeit und Objektivität.
UND: Ihre Bewerbung wird von großen Unternehmen zunehmend KI-gestützt beurteilt. Da fallen Faktoren wie Erfahrungsbreite des Beurteilers, Menschenkenntnis, Nischenkompetenzen oder "Bauchgefühl" weg. Tatsächlich habe ich früher etliche Entscheidungen auch "aus dem Bauch heraus" getroffen - und ich habe immer richtig damit gelegen. Die KI vergibt keine Chancen an Menschen, die vlt. eine benötigen, um beruflich voll aufblühen zu können. Sie kennt nur die Anforderungsprofile und Wirtschaftsfaktoren. Und wenn Sie Ihre Bewerbung auch KI-gestützt erstellt haben, beurteilt das eine System letztlich die Infos des anderen. Dabei sind Individualität und Aussagekraft gerade bei Bewerbungen immens wichtig, um sich einen Eindruck vom Bewerber/ der Bewerberin zu verschaffen. Immerhin arbeiten wir alle immer noch mit anderen Menschen zusammen und diese Zusammenarbeit sollte möglichst produktiv, konstruktiv und angenehm sein.
